Baden im Rhein

 

 

Christoph Wylezol

Rhein bei Düsseldorf - Benrath   (Rhein Kilometer 721)

 

 

Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich!

 

Das schöne Wetter lockt viele Menschen zum Schwimmen im Rhein und Baggerseen. Dass Schwimmen im Rhein lebensgefährlich sein kann, ist vielen bewusst, trotzdem gibt es viele Familien die im Rhein nach Abkühlung suchen. Der spontane Gedanke, sich in die Rheinfluten zu stürzen, endet aber leider oft tödlich.  Die Strömungen und Strudel vor allem im Rhein werden schnell unterschätzt. Auch erfahrene Schwimmer können hier in Lebensgefahr geraten.

 

Kindern muss es verboten bleiben, ohne Aufsichtsperson alleine an einen Fluß oder See zu gehen, um dort zu Schwimmen. Wird von den Erziehungsberechtigten eine andere Aufsichtsperson eingesetzt, so muss gewährleistet sein, dass diese jeden Gang ins Wasser, und vor allem was im Wasser gemacht wird, überwacht

 

 

Offiziell verboten ist das Baden im Rhein in der Nähe von:

► Brücken

► Schleusen

► Werften

► Anlegestellen

► Hafenanlagen  

► Baggerseen ohne Aufsicht

Aber auch an anderen Stellen im und am Rhein kann das Bad im Wasser lebensgefährlich werden:

► An den schmalen, in den Rhein ragenden Kribben

  • schmale in den Rhein ragende, künstliche Landzungen

► Untiefen im Flussbett

► kleinen Inseln

► Landungsstegen

überall können sich Strudel bilden, die selbst geübte Schwimmer nach unten in den Tod ziehen.

Auch der Schiffsverkehr darf nicht unterschätzt werden, da die Schiffe erzeugen einen erheblichen Sog und Wellenschlag von einigen Metern erzeugen, gegen den selbst trainierte Schwimmer kaum ankommen. Insbesondere am Ufer spielende Kinder erkennen diese Gefahr meist zu spät und könnten damit in die Fluten gerissen werden.

Rheinschifffahrt bei Benrath

Wenn ein Berufsschiff vorbei fährt, zieht dieses das Wasser erst an. Es entsteht ein Eindruck des niedrigeren Wasserstandes. Das  lockt vor allem die Kinder, dem Wasser hinterher  zu laufen. Dabei wird die Gefahr des Rückschwalles Unterschätzt. Das Wasser kehrt schnell mit hohen Wellen zurück, Kinder werden dabei umgerissen und abgetrieben.

Spielende Kinder auf der Autobahn? Unvorstellbar! Aber Kinder, die im Rhein planschen, sind an sonnigen Tagen immer wieder zu beobachten. Es ist ein lebensgefährlicher Irrtum, dass das Baden zwischen den Kribben ungefährlich sei. Der Rhein ist eine von Frachtern und Tankern viel befahrene Wasserstraße. Durch die Wasserverdrängung der vorbeifahrenden Schiffe entsteht auch in Ufernähe Sogwirkung. An den Spitzen der Kribben können gefährliche Strudel Menschen nach unten reißen.

Jedes Jahr dasselbe – mit Beginn der Badesaison gehen Nachrichten von ertrunkenen Kindern durch die Medien. Ertrinken ist bei Kleinkindern die zweithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen. Noch erschreckender: Die Hälfte dieser Kinder ertrinkt, während ihre Eltern in unmittelbarer Nähe sind, in jedem zehnten Fall sieht ein Erwachsener sogar hin – und bemerkt nicht, was er da sieht.

Sehr gefährlich sind auch Baggerseen, da sie durch Grundwasser gespeist werden. Hier ändern sich sehr oft Wassertemperatur, Tiefe und auch Uferformation. Ein paar Meter vom Ufer weg herrschen oft eisige Wassertemperaturen. Dort kann es für jeden Schwimmer sehr gefährlich werden!

Baggerseen, die von einer Quelle gespeist werden, gibt es viele Strömungen. Diese Seen sind deswegen auch besonders tückisch. Durch Wind können solche Strömungen noch verstärkt werden. Kalte Strömungen können zu Unterkühlung und Krämpfen führen und lebensgefährlich werden.

Oft sind es die Helfer selbst, die beim Versuch andere zu retten, sterben. Typische Fehler, die dabei gemacht werden: Wer voll bekleidet ins Wasser springt, hat mit dem zehnfachen Gewicht der Kleidung zu kämpfen, allein weil sie nass ist. Bei einem starken Rhein-Sog ist das tödlich. Hinzu kommt, dass niedrige Wassertemperaturen schnell zur Bewegungsunfähigkeit führen. Nicht weit vom Ufer kann der Fluss plötzlich deutlich kälter sein. Nach wenigen Minuten sinkt die Körpertemperatur derart drastisch, dass der Körper eine Schutzfunktion aktiviert: Bei Kälte zieht sich das Blut in den Körperkern zurück, damit die lebenswichtigen Organe gegen Unterkühlung geschützt bleiben. Dadurch werden Arme und Beine kaum noch durchblutet und mit Sauerstoff versorgt, was zu Muskelkrämpfen führt. Man wird urplötzlich bewegungsunfähig. Ein Ertrinken ist kaum noch zu verhindern.

 

Außerdem  Rate ich allen:

 

► nie zu überhitzt ins Wasser gehen

► nicht alkoholisiert schwimmen

► Kinder am Rhein und an den Seen nie

     unbeobachtet lassen

Stadt Düsseldorf, Wasserschutz-Polizei, Feuerwehr mit Feuerlöschboot und Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Bezirk Düsseldorf, warnen eindringlich immer wieder vor einem Bad im Strom, denn Strömungen, Strudel und Wellen sind ungeahnte Gefahren.

 

Flyer der Landeshauptstadt Düsseldorf

► Ordnungsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf

► DLRG

► Wasserwacht

► Wasserschutzpolizei

► WSV - Bund

► Bädergesellschaft

 

Informieren


 

 

 

           Schwimmflügel

         Schwimmflügel schützen nicht vor dem Ertrinken!

Viele Kinder toben am liebsten im Wasser, ohne dabei ein Bewusstsein für die Gefahren zu entwickeln.

 

 

Tragen Kinder Schwimmflügel im Wasser, sollten Eltern sie permanent im Auge behalten. Sie können leicht hindurchrutschen und in die Tiefe abgleiten. Auch im flachen Wasser könnten Kinder mit Schwimmflügeln das Gleichgewicht verlieren und in Bauch- oder Rückenlage kommen. Der Kopf gerate dabei schnell unter Wasser.Ältere Geschwister sollten Jüngere nicht beaufsichtigen. Sie sind mit der Betreuung im Wasser schnell überfordert und können gefährliche Situationen nicht richtig einschätzen. Kinder rufen nicht um Hilfe. Gerät ein Kind beim Schwimmen in Gefahr, kann es sich meistens nicht lautstark bemerkbar machen. Es gerät in Panik und versucht sich mit ausgebreiteten Armen über Wasser zu halten. Da es immer wieder unter Wasser gerät, schnappt es nach Luft und kann nicht nach Hilfe rufen.

 

 

Schwimmhilfen sind deshalb im Wasser nicht sicher. Schwimmflügel und Schwimmreifen sind zwar hilfreich, schützen Ihr Kind aber nicht vor dem Ertrinken.

 

 

 

Kleinere Kinder gehen einfach unter, aber auch ältere Kinder und Erwachsene, die schon schwimmen können, können sich in der Regel nicht bemerkbar machen: Wer nicht mehr schwimmt, sondern ertrinkt, lässt die Beine nach unten hängen und drückt die Arme instinktiv zur Seite aus, um sich über der Wasseroberfläche zu halten. Absichtlich winken kann man in dieser Lage nicht mehr. Ohnehin setzt beim Ertrinken sehr schnell Panik ein, die jede gezielte Handlung unmöglich macht.

Ich warne  darum eindringlich vor den oftmals nicht direkt erkennbaren Gefahren des Rheins und bitte insbesondere die Eltern, ihre Kinder hierüber zu informieren. Denn das Baden im Rhein kann tödlich enden! Eltern sollten ihre Kinder an den Gewässern und besonders am Rhein nicht aus den Augen lassen!

 

DLRG Christoph Wylezol

Ich wünsche allen viel Spaß mit sportlicher Betätigung beim Schwimmen und eine gesunde Heimkehr!

DLRG Bezirk Düsseldorf Stellvertreter Bezirksleiter (2012 - 2015)  Christoph Wylezol



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